YESCADA BEGINNING

Submitted by root on Tue, 02/13/2018 - 19:08

Weit ab, fern von unserer Vorstellung, existiert eine Welt voller Liebe, Abenteuer und Prüfungen. In dieser Welt gibt es das Meer, die Erde, den Himmel, die Wüste, das Eis, die Berge, die Steppe, den Wald, das Licht und die Finsternis...... Dort liegt das Land Yescada, mit all seiner Schönheit, zauberhaften Pracht, Wundern, Märchen, Träumen und vielen Heldinnen und Helden.


Doch vor vielen Jahren eroberte der Tyrann und der selbst ernannte König Tratos das Land Yescada. Er regiert es mit Hilfe des Bösen und seine Soldaten sind im ganzen Land gefürchtet. Die Bevölkerung leidet unter dieser Schreckensherrschaft und das ehemalige Königspaar von Yescada, König Kalyps und Königin Efra leben im Exil in der Wüste Dranada. Yescada ist das größte Reich, dass umgeben ist von vielen Inseln und kleineren Reichen. Die Bevölkerung aller Reiche und Inseln muss sich der neuen Macht von König Tratos beugen und verwehrt vielen die Hoffnung auf Befreiung ihres Leidens. Leider gibt es keine Helden mehr oder eine Macht, welche stark genug wären die Macht des Bösen zu besiegen. Es gibt nur eine Prophezeiung, die in den alten Rollen von Yescada geschrieben steht. „Wenn das was verloren ging, vereint wird, dann kann keine Kraft und Macht der Welt diese besiegen“.


Eine Prophezeiung, die die Bevölkerung dennoch im geringen Maße hoffen lässt, um nicht den Glauben an die Freiheit gänzlich zu verlieren. Doch König Tratos ist intelligent, stark und mächtig. Erstick jeden Aufruhr schon im Keim und schreckt die Bevölkerung durch strenge Bestrafungen ab. Nichts kann seiner Macht gefährlich werden aber eine winzige Sache ist ihm ein Dorn im Auge. Er will unbedingt einen Waisen finden und gefangen nehmen, der sein Unwesen in ganz Yescada treibt und ihn mit seiner Unverschämtheit so manches Mal über alle Maßen reizt. Die Soldaten suchen den Waisen inoffiziell, da sie der Bevölkerung keinen Grund geben wollten, dass sie an einen Rebellen glauben, der dem König Tratos gewachsen sei, weil der Waise ihnen immer wieder entwischte. Den Waisen beschützt Dido, ein alter kleiner zierlicher grauer Mann mit silbernen Haaren. Niemand kennt ihn genau aber man erzählt sich, er kenne die Prophezeiung und nur er kann sie deuten. Dido bat diejenigen, die den Glauben, die Hoffnung und den Mut haben gegen Tratos zu kämpfen, nach Yescada zu kommen.
Der Waise, der in ganz Yescada von den Soldaten gesucht wird, heißt Sevo, genannt der Wasserdrache........


Es war ein herrlicher Morgentag in Yescada, die Sonne schien warm und gemütlich und streichelte mit ihren Strahlen jedes Gesicht, das sich gerade in ihren Armen befand. Der Himmel machte seine Tore auf und entfaltete sein weites langes blaues Kleid. Die Vögel sangen und in der Luft lag ein Hauch aus gemischtem Blumenduft der weiten Wiesen. Unzählige verschiedenfarbige Schmetterlinge tanzten in der Luft und die Bienen schwirrten fleißig von Blume zu Blume.
Ein Eichhörnchen steckte seinen Kopf aus dem hohen Gras als es eine Nuss in sein Astloch bringen wollte, um wie immer seine Umgebung zu beobachten. Ein schwarzes Pferd graste friedlich und zufrieden und schlug mit den Ohren die lästigen Fliegen für ein paar Augenblicke in die Flucht. Sein langer schwarzer Pferdeschwanz wedelte nur ab und zu und signalisierte, hier ist die Ruhe gegenwärtig.
In der Nähe dieser weiten Wiese lag der große Wald von Yescada, genannt Saowald. Der Saowald war fern ab von den Fängen der Soldaten von Tratos und berüchtigt für seine Dichte, Unübersichtlichkeit, Mythen und Legenden. Auf der großen Wiese stand ein großer stolzer Eichenbaum, der seine Äste wie Arme beschützend über die große weite Wiese legte und jedem Sturm offen und voller Mut trotzte. Maikäfer und Ameisen nutzten diesen Baum als Zufluchtsort und Festung gleichermaßen. Die Sonne dörrte die Rinde aus, die den Geruch aus unzähligen Jahren und Sommern freigab, der sich leicht süßlich und vorsichtig auf die Umgebung niederlegte. Diese Geborgenheit oder einfache Gemütlichkeit nutze ein junger Mann, der neben dem Baum schlief und nichts von all der Musik der Stille mitbekam.

Dieser junge Mann war groß, hatte längere dunkle Haare, fast schwarz und ebenso die gleiche dunkle Augenfarbe, die man sehen könnte, wenn er nicht gerade von etwas träumen würde. Von was wird er gerade träumen, von Abenteuern, von Reichtum, von Ruhm und Ehre, von einem Fest oder gar von der Liebe? 
Das Bild der Ruhe wurde just aus seinem Haken gehoben als der Hengst zu fressen aufhörte, schnaufte und um sich blickte. Man hörte gleichmäßige Schritte, die das hohe Gras streiften und niedertraten. Das Geräusch wurde immer deutlicher wahrnehmbar. Inmitten dieser Ruhe näherte sich langsam ein stolzes weißes Pferd mitsamt Reiter und hielt am Baum an. Der Schimmel schnaufte als die Zügel etwas stramm gezogen wurden. Eine Stimme erklang, „Entschuldigung, ist das der Weg nach Iseba?“


Es war Nova, die Prinzessin von Frania, doch der schlafende junge Mann zeigte keine Regung. „Hey, ich habe dich was gefragt!“, wiederholte sie mit stärkerer Stimme. Immer noch gab der junge Mann keinen Laut von sich „Vielleicht hilft es dir mir zu antworten, wenn ich dich mit meinem Stock am Kopf kitzele!“, sagte sie. Diese Stöcke, waren übliche Kampfstöcke und gute zwei Meter lang, aus roter Eiche und 3,5cm dick. Zögerlich drehte sich der junge Mann um, gähnte, wischte sich den Schlaf aus den Augen und sagte, „Oha, meine Verehrteste, wer wird denn gleich so böse werden?“, und sah sie an. Da saß sie, ganz in weiß gekleidet, sehr groß mit wunderschönen Haaren, bemerkenswerten Augen. Augen, die das Meer widerspiegelten, schön, ruhig aber auch unbeugsam und stürmisch. Ihre Pupillen blickten tief und ohne Furcht in seine dunklen Augen und was besonders auffiel, sie war sehr, sehr schön. Er, ganz in schwarz gekleidet und seine dunklen Strähnen streichelten sein Gesicht. Seine dunklen Augen waren wie der Nachthimmel von Yescada. Je länger man in sie hineinsah, desto mehr leuchteten sie. 


„Kennst du denn Weg oder nicht?“, fragte sie ungeduldig. „Ich möchte nämlich nicht den ganzen Tag hier stehen!“, fügte sie hinzu. Er stockte ein wenig, kurz berauscht von ihrer Schönheit, wie ein Becher Rotwein an einem lauen Sommerabend. Vielleicht dachte er, er würde immer noch träumen, es musste ja ein Traum sein, denn solche Engel erscheinen nicht in der Realität. Doch er träumte nicht, die Lautstärke ihrer Stimme riss ihn aus diesem schönen Traum. Als er sich sicher war, dass dies kein Traum war, war er froh und böse zugleich. Auch Engel können nicht immer freundlich sein, dachte er sich.  Er stützte sich auf seine Arme, zog die Augenbrauen zusammen und sagte, „Ich habe leider keine Zeit dir zu antworten, ich möchte ich mich ein wenig ausruhen, komm doch morgen vorbei, vielleicht kann ich es dir dann sagen!“
Das war also seine Antwort. Völlig unbeeindruckt drehte er sich wieder um, um zu schlafen. Im ersten Augenblick war sie leicht verdutzt aber sie fing sich gleich wieder. So eine Unverschämtheit, hat sie lange nicht erlebt.


Sie lächelte beleidigt, beugte sich zu ihm herunter und sagte mit ruhiger Stimme „Pass mal auf du faulstes Tier unter der Sonne von Yescada, entweder du sagst mir sofort, welcher Weg der Richtige ist oder ich schlage dir deine Unverschämtheit aus deinem hässlichen Gesicht!“ Diese Ansage hat gesessen dachte sie sich. “Nun denn, ich glaube ein bisschen körperliche Bewegung am Morgen scheint nicht schlecht zu sein!“, sagte er und stand nur widerwillig auf.
Er seufzte und streckte sich nach diesem langen anstrengenden Traum. Da war er nun, der erste Streit, er war unvermeidbar und es lief auf einen Kampf hinaus. Sie stieg vom Pferd ab, nahm ihren Stock und war bereit mit ihm zu kämpfen. Ihr Gesicht war ernst und ohne Furcht, man könnte sagen, sie nahm diesen bevorstehenden Kampf gelassen hin, wie einen bevorstehenden sicheren Sieg.
Er sah, dass sie es ernst meinte, nahm seinen Stock aus dem Gras, pfiff ruhig und lächelte ihr unverschämt zu. „Sage mir noch deinen Namen, bevor du nicht mehr weißt wer du bist, wenn ich mit dir fertig bin!“, fragte sie in einem hochnäsigen Ton.
„Sevo“, sagte er, verbeugte sich und grinste frech weiter. Sie hat ein ganz schön großes Mundwerk, dachte er sich und nahm an, dass dies ein kurzer Kampf werden würde.
 „Könnte ich deinen Namen erfahren?“ fragte er höflich. „Das geht dich gar nichts an du Kröte!“, antwortete sie keck und stolz zugleich. Wie aus einem Engel doch ein so schnell ein Teufel werden kann. Diese Gedanken gingen ihm durch den Kopf. „Ich gebe dir die Gelegenheit, dich zu entschuldigen und dir die Prügel zu ersparen, wenn du mir doch noch antwortest. Es ist nur zu deinem Besten!“, sagte sie und wirbelte mit ihrem Stock.

Unbeeindruckt von ihrem Umgang mit dem Stock, blickte er sie gelassen an.
„Ich hoffe, du bist nicht enttäuscht, wenn ich dir eine Lektion erteile, wie man höflicher wird! “, sagte er. „In Ordnung, du hast es nicht anders gewollt. Der Worte sind nun genug gewechselt. Fange aber nicht das Jammern an und winsele bitte nicht um Gnade, solche Angeber wie dich, habe ich schon öfter kennengelernt!“, sagte sie. „Willst du mich schwindelig reden oder kämpfen?“, fragte er frech. Wütend wegen seiner frechen Art schlug sie dann auch gleich zu, so dass er den Schlag sofort abwehren musste. Der Aufprall der zwei Stöcke erzeugte einen dumpfen Ton, der das Bild der Ruhe zerriss, aus ihren Angeln holte und ihre Musik verdrängte. Eine Ruhe, die sich so leicht von zwei Menschen verdrängen lässt, ist dies nicht eine trügerische Ruhe? Ist es die Ruhe vor dem Sturm, der Aufbruch, der Beginn einer neuen Zeit? Töne, die immer schneller und lauter werden, wie ein leichter Regenfall der immer mehr zunimmt und unaufhörlich auf die Erde niederprasselt und nicht zu bändigen ist. Man kann vor dem Regen schützen oder mit ihm tanzen. Schützt man sich, ist die Freiheit eingeschränkt. Stellt man sich dem Regen, wird man nass, zahlt den Preis. Der Preis für die Freiheit. Aber wer verschafft sich Gehör, der Mensch oder die Natur? Welche Ruhe ist trügerisch, die des Menschen oder die der Natur? Wer kann diesen Zweikampf gewinnen und stellt dann ein zufriedenes Bild für alle dar?


„Aber, aber, wer wird denn gleich so drauf losschlagen?“, sagte er grinsend und schob sie mit dem Stock weg. Aber sie antworte nicht und traf ihn mit dem Stock am rechten Oberarm, am linken Bein und mit ihrem Bein wieder am rechten Arm. Es schmerzte offensichtlich und er trat ein paar Schritte zurück. „Nanu, keine Sprüche mehr?“, fragte sie ironisch und stützte sich am Stock lässig ab.

„Du kannst gar nichts, am besten du gehst nach Hause und nimmst den Stock, um deine Suppen umzurühren!“, erwiderte er und achtete darauf, dass man nichts sehen konnte, dass es ihm die Treffer mehr als nur wehtaten. Stolz hat auch seine Schwachstellen. Auf diese Bemerkung hin verpasste sie ihm natürlich noch ein paar Treffer und er sah, dass sie keine einfache Gegnerin war. Natürlich ließ er sich es nicht anmerken, dass sie sehr gut kämpfte aber es bedurfte keines Beweises ihrer Kampfkunst mehr.
 „Ich spüre ja gar nichts, ist das alles was du kannst?“, fragte er und verzog das Gesicht. „Och, es geht noch ein wenig besser“, sagte sie und sie kämpften weiter und bemerkten im Streit nicht, dass sich Reiter näherten. Sevo wich einem Schlag aus und verpasste ihr mit dem Stock einen Schlag auf ihr Hinterteil so dass sie fast hingefallen wäre.
 „Bestraft man denn nicht so kleine Mädchen?“ fragte er. Es war eigentlich keine Frage, sondern er freute sich, sie mal getroffen zu haben. In dem Augenblick sah er die Reiter auf sie zukommen. Er erkannte die Reiter sofort und handelte blitzschnell. Während sich die Prinzessin Nova ihr Hinterteil rieb, holte er sie mit dem Stock von den Beinen, drehte sich um und rannte zu seinem Pferd. Er sprang auf sein Pferd auf. Nahm die Zügel in die Hand und rief;  „Nächstes Mal führen wir es zu Ende!“


Er fritt davon in Richtung Saowald. Nova aber, völlig verärgert über diesen zweifelhaften Triumpf von Sevo, stand auf und nahm ihre Schleuder von ihrem Gürtel. Sie lief zu ihrem Schimmel, zog einen Stein aus ihrer Tasche, legte ihn in die Schleuder und schleuderte ihn in Sevos Richtung. Der Stein pfiff durch die Luft und traf Sevo an der linken Schulter. Das waren gute 120 Meter. Der Treffer schmerzte wiederum sehr.
„So ein verflixtes Luder!“, dachte er sich und beeilte sich mit der Flucht. Erfreut über den Treffer rief sie ihm noch nach, „Das war nur die Erbse aus meiner Suppe!“

Inzwischen trafen die Reiter ein und ein Mann schickte einen Trupp seiner Reiter los. „Schnell hinterher, sonst entkommt er uns wieder, verflixt noch mal!“, rief der Mann. Es war Filipo, der Oberherr der Soldaten des Königs Tratos. Die Soldaten des König Tratos hatten goldene Fahnen und goldene Umhänge zierten ihre Rüstungen. Auf der Fahne war ihr Zeichen, ein Komodowaran mit offenen Maul und langen Zähnen. Der Oberherr Filipo sah Nova an und fragte sie, „Ist alles in Ordnung?“
„Natürlich, macht euch keine Sorgen!“, antwortete sie, nahm ihren Stock, steckte die Schleuder weg und sprang auf ihr Pferd auf. „Unser König duldet keinen Streit in seinem Reich aber die Feinde des Feiglings Sevo sind gleichzeitig unsere Freunde!“, sagte er mit erfreuter Stimme.

„Feigling Sevo, ist das sein Name, warum heißt er so?“, fragte sie.
Filipo sah sich um und die Reiter lachten. „Nun, er ist der bekannteste Waise und der größte Feigling hier im Reich und hat keine Freunde, er ist ein Unruhestifter der zugleich sehr unverschämt ist. Wir werden ihn aber schon bald dingfest machen!“, sagte Filipo, der Eindruck bei der schönen Nova schinden und seine Stärke beweisen wollte. Schließlich sagte Filipo, „Er ist wie ein einsamer Wolf, er wird immer alleine heulen, nie wird er ein zu Hause haben hier in Yescada. Er wird von allen gehasst und gejagt, aber eines Tages erwischen wir ihn, eines Tages vergeht auch sein Glück!“

„Nun gut, aber meine Freunde suche ich mir selbst aus, ist das der Weg nach Iseba?“, fragte sie völlig unbeeindruckt von den Aussagen Filipos.
 „Immer geradeaus und wenn ihr wollt, begleiten euch meine Soldaten nach Iseba. Entschuldigt, dass ich mich euch noch nicht vorgestellt habe. Mein Name ist Filipo und ich bin der Oberherr der Soldaten!“, sagte er stolz. „Nein, nicht nötig, ich bin imstande alleine den Weg zu finden, sucht lieber euren unverschämten Bengel!“, sagte sie, zog an den Zügeln und ritt davon, jedoch mit einer Hand ihr Hinterteil reibend. Der Oberherr der Soldaten, Filipo, sah ihr noch nach. Ein Prachtweib, dachte er sich, als sie immer kleiner und kleiner wurde. Es verging einige Zeit bis die Reiter zurückkamen und berichteten, dass sie den Waisen Sevo nicht erwischt haben. Für den Oberherren Filipo war das nichts neues, seit Jahren versuchte er Sevo zu fangen, immer wieder entwischte er. Filipo machte sich mit seinen Soldaten auf den Rückweg in die Stadt Yanna. der größten Stadt in ganz Yescada.
Unterdessen traf in Iseba, munter und vergnügt der Waise Sevo ein. Es herrschte ein reges Treiben und auf dem Marktplatz war sehr viel los. Die Händler und Marktleute schrien wild umher und feilschten um die Preise. Im ganzen Reich zahlte man mit weißen Perlen. Schwarze Perlen waren selten und 1000 mal so viel wert wie weiße Perlen.  Sevo aß gelangweilt einen Apfel, den er zuvor von einem Baum gepflückt hatte. Er stieg von seinem Pferd ab, band es an und schlenderte zufrieden durch den Markt von Iseba. Jedoch spürte er immer noch die Schmerzen von dem Kampf mit Nova, die linke Schulter schmerzte immer noch.


Schließlich kam er an einem Stand vorbei, an dem die Leute wetteten, welcher Hund der stärkste sei. Er sah, wie ein fast erschöpfter Hund zum nächsten Kampf angetrieben wurde. Es war ein schwarzer Schäferhund, sein Name war Rex. Der Hund tat Sevo leid und er fragte einen der Männer, ob er nicht den Hund haben könnte. „Nein!“, erwiderte ein dicker Mann namens Karus. Karus war bekannt für seine Wetten und Menschlichkeit war für ihn ein Fremdwort, sofern Geld die Menschlichkeit von ihrem Platz verdrängte.

Geld ist nicht alles aber sehr viel. Dabei ist doch Geld objektiv, wem nutzt also Geld und wen benutzt Geld? Ist die Menschlichkeit auf dem gleichen Stand angesiedelt wie Geld?
Oder ist die Liebe zum Geld menschlich? Ein weiser Mann sagte einmal, „der Besitz besitzt, es macht den Menschen kaum unabhängiger!“
Haben wir kein Geld, so streben wir danach. Es bringt uns näher den Dingen, die wir uns erträumen. Unabhängigkeit, Erfolg, Attraktivität, Macht, vielleicht Jugend, Freunde, neue Bekanntschaft, Bekanntheit…Die Liste ist lang, der Weg schmal.
Haben wir Geld, so stillen wir unsere Träume nur für kurze Zeit, denn was suchen wir wirklich? Ist es nicht Vertrauen, Geborgenheit, Liebe, Respekt, Freundschaft und das unscheinbarste aller wertvollen unbezahlbaren Güter, die Gesundheit. Ob Arm oder Reich, auf der Suche nach den wahren Dingen des Lebens, wandern wir alle gemeinsam über Stock und Stein, mal größer, mal kleiner, mal schwieriger und folgen im innersten unseres Herzens ja doch nur einen Traum, einem Verlangen der einfachsten und schwersten Sache der Welt.

„Wenn du ihn haben willst, dann musst du 10 Perlen zahlen oder für ihn kämpfen!“, sagte der dicke Karus. Der Preis war natürlich lächerlich. Niemand würde je so viel für einen Hund bezahlen. Es lief auf einen Streit hinaus und der dicke Händler Karus lachte hämisch über sein übertriebenes Angebot, den Hund zu verkaufen. „Was ist, willst du bezahlen oder kämpfen?“, fragte ihn der dicke Karus und schaute vergnügt in die Runde um noch mehr Gelächter zu erzeugen. „Ich glaube nicht, dass man für ein Lebewesen in Yescada auch nur einen Preis veranschlagen könnte, aber vielleicht werden wir uns anders einig!“, sagte Sevo, der vom Kämpfen ja heute schon genug hatte. „Spielen wir, spielen wir einfach, wer am weitesten von uns spucken kann!“, sagte Sevo. Inzwischen versammelten sich die Leute um die beiden herum, denn ihr Streitgespräch wurde ja lauter und interessant. „Höre mal, du Sohn von 5000 Würmern, wenn du mich auf dem Arm nehmen willst, dann bist du an den Falschen geraten!“, sagte der dicke Karus und er schnappte sich das Ohr des Hundes und der Hund jaulte vor Schmerz.
Sevo sah keinen Ausweg. Wütend über den Schmerz des Hundes war absehbar was passieren würde. Es würde ihm gleich sein Mundwerk, wie so oft, zum Verhängnis werden.
„Ach so, ich vergaß, dass deine Spucke ja für andere gute Sachen ausreichen muss!“, sagte Sevo grinsend und klopfte mit seinem Stock auf den dicken Bauch von Karus. Die Leute lachten über Sevos Aussage.


„So ist das, na dann bereite dich mal vor mein Kleiner!“, sagte der dicke Karus und rief seine vier Leute. „Mal sehen, ob du so witzig bist, wenn dich paar Stockschläge auf neue Gedanken bringen!“, sagte der dicke Karus in einem wütenden Ton. Es kam wie es kommen musste, es entbrannte ein handfester Kampf und die Streithähne schenkten sich nichts. Es ging allerlei zu Bruch.
In diesem Gemenge versuchte der dicke Karus dem Waisen Sevo einen Schlag mit dem Stock zu verpassen, doch der Hund biss dem dicken Karus ins Bein. Der dicke Karus schrie auf wie ein altes Waschweib und holte dann mit dem Stock aus, um den Hund zu schlagen. Doch Sevo sprang dazwischen und bekam den Schlag für Rex ab. Dies schmerzte sehr und Sevo fiel auf den Boden. Karus schleuderte den Hund von seinem Bein los und wendete sich Sevo zu. Der dicke Karus hob seinen Fuß und sagte zu Sevo, „Ich zertrete dich wie eine lästige Laus!“ Sevo lag auf den Boden und hielt den Fuß von Karus fest. „Warum kämpfst du mit dem Stock, benütze nur deine Füße, denn dieser Gestank bringt ja die stärkste Fliege um!“, antwortete Sevo, der nie eine diplomatische Antwort geben konnte, nicht mal in dieser Situation. Das machte natürlich den dicken Karus noch wütender und alle seine Männer wollten jetzt auf Sevo einprügeln.

Doch eine Stimme sprach, „Nicht so schnell mein gut genährter Freund!“
Alle drehten sich um und sahen einen blonden jungen Mann, der seelenruhig einen Apfel aß. Dieser Unbekannte war groß, hatte längere blonde Haare und grüne Augen. Grüne Augen, wie die das saftige Gras der Hügel und Felder, wenn die Sonne am Morgen sie erblickt. Seine Augen waren gefährlich und zugleich verführerisch. Sein Blick zog jeden in  seinen mystischen Bann. Allein seine Ausstrahlung machten seine Gegner unsicher. Dies unterstreichte noch seine in schwarz angelegte Kleidung.
„Wer bist denn du, Blonder?“, fragte der dicke Karus. „Alves“, antwortete Alves gelangweilt. „Wenn du auch ein paar Stockhiebe möchtest, dann nur zu!“, sagte der dicke Karus, der sich nur ungern jetzt noch stören lassen wollte, weil er Sevo ans Fell wollte. „Nein, nein, ich möchte keine aber ich finde fünf Kämpfer gegen einen zu unfair!“ erwiderte Alves. „Das soll nicht dein Problem sein, außerdem hat er einen Hund!“, sagte einer seiner vier Leute vom dicken Karus. „Tja, wenn das so ist, lasst uns ein wenig spielen. Wir spielen, wer die meisten Hiebe bekommt!“ sagte Alves und warf seinen Apfel fort und nahm seinen Stock.
Sie ließen von Sevo ab und  bäumten sich mit ihren Stöcken vor Alves auf. Sie musterten Alves arrogant und selbstsicher von oben bis unten. Der dicke Karus fing an zu lachen, besser  ist, er versuchte es, denn sein Lachen war ein stickiges stilles ächzen nach all der Aufregung.
Auf des Gegners Blick, sah sich Alves selber von oben bis unten an. „Was ist, habe ich irgendwo einen Fleck?“, fragte Alves künstlich erstaunt.
Sevo saß am Boden und grinste, denn dieser Blonde war ihm bekannt, sehr gut bekannt. Es war sein langjähriger Freund Alves. Sevo grinste deshalb, weil er wusste, dass Alves sehr gut mit dem Kampfstock umgehen konnte. „Nun denn, eine neue Runde ist eingeläutet!“, sagte Sevo. Ein Schrei und schon fing die wilde Prügelei an. Es dauerte nicht lange, bis alle niedergestreckt wurden von Alves und dem Waisen Sevo. Ach ja, der Hund biss den dicken Karus noch in das Hinterteil. Winselnd und mit zerrissener Hose übergab der dicke Karus den Hund Sevo. „Hier nimm diesen Köter aber ich vergesse euch nicht so schnell!“, sagte der dicke Karus und trabte wütend und hinkend ab. Er machte sich Platz, indem er die Menge vor sich wegschob. „Hinweg ihr Ungeziefer!“, hörte man den dicken Karus noch schreien. „Der freut sich bestimmt, wenn er uns wiedersieht. Da bin ich froh das wir einen so schönen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen haben!“, sagte Sevo und streichelte den Hund Rex.

„Nicht traurig sein, war doch nur ein Spiel!“, sagte Alves zu den verprügelten Männern. „Scheißspiel!“, krächzte vor Schmerz einer von Karuses Leuten. Die Menge lichtete sich, es kehrte langsam der Trott des Marktplatzes ein. „Wie geht es dir Sevo?“, fragte Alves, grinste und legte seinen Arm um Sevos Schulter. „Recht gut, nur du hast mich bei meinem Streit gestört!“, kam die prompt die Antwort von Sevo und beide lachten. 
Beide haben sich lange nicht gesehen. „Wann werde ich dich mal treffen ohne dass du einmal im Streit bist!“, fragte Alves aber er wollte keine Antwort. Sevo lachte. Die Leute um sie herum gingen auseinander, jeder nahm seinen Weg und das Marktgeschrei nahm seinen Platz in der Stadt ein.


„Alles wegen des Hundes?“, fragte Alves und sah den Hund Rex an. „Alles!“, erwiderte Sevo knapp. „Komm, gehen wir was trinken!“, sagte Alves und klopfte Sevo auf die linke Schulter. Der Waise Sevo stöhnte auf. „Was ist, ist dir der Streit nicht bekommen?“, fragte Alves. „Nein, nein, nur ich hatte vor diesem Streit noch einen Streit. Du hättest sie sehen sollen Alves, so etwas Schönes hast du in ganz Yescada nicht gesehen. Nur diese Schönheit hätte mich fast verprügelt, ich musste mich wirklich wehren. So ein Temperament habe ich lange nicht mehr erlebt!“, sagte Sevo. Alves lachte und fragte „Was, eine Frau hat dich in Bedrängnis gebracht?“ Sevo grinste. „Ja lach du nur, du hättest mit ihr ja auch deine Schwierigkeiten gehabt. Ich kann es ja auch nicht glauben, aber sie war die Bestie selbst, ich zeige dir mal wo sie überall ihre Handschrift gelassen hat!“, sagte Sevo, zog sein Hemd aus und zeigte die betroffen Stellen.
„Wahrhaftig, als ob du schon seit Jahren verheiratet wärst!“, sagte Alves und lachte wieder. „Halte den Mund und lade mich ein, für heute habe ich mir genug Feinde gemacht!“, erwiderte Sevo grinsend und zog sich sein Hemd wieder an. Sie gingen in das Wirtshaus, das ganz in der Nähe vom Marktplatz war und ruhten sich von der Aufregung aus.
Der schwarze Schäferhund Rex gesellte sich hinzu und legte sich neben Sevo hin. „Ich hoffe er war es wert!“, sagte Alves als er wieder auf den Hund sah. „Natürlich, der erste Freund seit Jahren hier in Yescada!“, erwiderte Sevo. Beide sahen sich an und schwiegen.

Plötzlich hörten sie einen Lärm, welcher vom Marktplatz kam. Sie gingen hinaus und sahen zuerst nicht viel, weil die Menge die Sicht verdeckte. Als sie einen Mann  in der Menge fragten, was vorne vor sich geht, sagte dieser, der dicke Karus hat schon wieder Streit. Diesmal mit einer jungen Frau. Der dicke Karus wollte 100 Perlen von ihr haben, weil sie alle Hunde von ihm freigelassen hatte. Sie gingen weiter vor und sahen nicht deutlich genug, wie eine junge Frau alle fünf Männer verprügelte oder besser, was von den fünf noch übrig blieb. Dieselben fünf Männer, die Alves und Sevo kurze Zeit vorher verprügelt hatten. „Die scheinen ja wohl nicht genug bekommen zu haben!“, sagte Alves. „Das kommt davon, weil du immer so lasch zuschlägst!“, erwiderte Sevo aber es ohne ernst zu meinen. „Daran wird es wohl liegen und nicht an deinen harten Schlägen vom Boden her!“, sagte Alves und stichelte gegen Sevo. „Ach komm bitte, ich wäre selbst mit ihnen fertig geworden. Aber schlimmer ist, dass sogar ein Mädchen härter zuschlägt als du!“, erwiderte Sevo. „Nun komm ja, die waren ja wie Fallobst. Außerdem ist es ja kein Kunststück, nachdem wir sie ja schon windelweich geklopft hatten, sie erneut zu verprügeln!“, sagte Alves. „Komm lass uns dieses Prachtweib mal von der Nähe ansehen. Ich hoffe nur, dass sie uns nicht auch niederstreckt!“, sagte Sevo und beide lachten. Sie gingen in das Zentrum des Geschehens. Als sie dort sahen wer es war sagte Sevo stöhnend nur, „Oh nein!“ Alves schrie, „Nova, es genügt, sie sind schon bedient!“ Alves kannte die junge Frau. „Du kennst sie?“ fragte Sevo erstaunt. „Dieses Prachtweib? Natürlich, sehr gut sogar, mein Freund!“ antwortete Alves. Nova orientierte sich nach dem Ruf, sah dann erfreut zu Alves und lief in seine Arme. Sie begrüßten sich herzlich und küssten sich. Dann sah sie Sevo und sogleich hob sie ihren Stock. „Das nächste Mal ist jetzt du unverschämte kleine Laus!“, sagte sie wütend mit feurigen Augen und forderte Sevo heraus. Sevo rollte die Augen, er dachte wohl, ob das geht den ganzen Tag so weiter geht.

„Nicht Nova, das ist ein sehr guter Freund!“, sagte Alves erschrocken und hielt seinen Arm zwischen Nova und Sevo. „Schöne Freunde hast du, weißt du wer das ist, der Feigling Sevo und er macht seinem Namen alle Ehre. Ich habe mit ihm heute einen Streit gehabt. Ich habe selber gesehen, wie er geflüchtet ist vor den Soldaten von König Tratos!“, sagte sie verärgert. „Meine Schwester ist also die Bestie?“, fragte Alves lächelnd und sah Sevo an. „Deine Schwester, seit wann hast du eine Schwester. Seit ich dich kenne hast du nie was davon erzählt, dass du eine Schwester hast?“, erwiderte Sevo erstaunt.
„Bestie nennt er mich, jetzt ist er sowas von fällig!“, sagte Nova erbost und holte erneut zu einem Schlag aus. „Nicht, meine Schwester!“, sagte Alves und hielt sie fest: „Komm setze dich zu uns in Wirtshaus!“; sagte Alves und er klopfte ihr auf ihren Hintern. „Auuu!“ schrie sie. „Was ist denn?“, fragte Alves erstaunt „Das ist ein Andenken, von deinem sehr guten Freund!“, sagte Nova. „Nicht schlecht, so gut kennt ihr euch?“, fragte Alves gekonnt künstlich komisch.  Sie stieß Alves leicht weg und ging ins Wirtshaus, ohne aber noch einen bösen Blick Sevo zuzuwerfen und zu sagen „Das nächste Mal kommt ganz sicher!“ Alves kratze sich am Kopf, weil ihm die Situation komisch war. „Du hast wirklich nicht viel Freunde!“ sagte Alves lächelnd zu Sevo. „Ja, ich weiß auch nicht woran es liegt!“, erwiderte Sevo.
„Das ist also deine Schwester, diese Frau?“, fragte Sevo. „Ja, die schönste Bestie von Yescada!“, sagte Alves. „Muss Schönheit so weh tun?“, fragte Sevo aber Alves grinste, legte seinen Arm um Sevo und beide gingen in das Wirtshaus. Am Tisch saß schon Nova und sie streichelte Rex. Mit ihm hat sie sich schon angefreundet. Die beiden nahmen Platz und Nova sprach mit Alves ohne Sevo eines Blickes zu würdigen. Der Waise Sevo ließ sich dann entschuldigen, ging hinaus und Rex folgte ihm. Nova sah kurz hinterher und drehte sich wieder ihrem Bruder zu.

Es wurde schon dunkel und Sevo ging spazieren. Sein neu gewonnener Freund Rex lief neben ihm her. An einem einsamen Platz setzte er sich hin, lehnte sich an am einen kleinen Felsen und sah herauf zum Himmel. Die Heuschrecken zirpten. Er sah sich wie so oft die Sterne an. Rex legte sich neben ihm. Rex schaute seinen neuen Freund an. „Das war wieder mal ein aufregender Tag!“, sagte eine Stimme. Sevo brauchte sich nicht umzudrehen, denn er kannte diese Stimme sehr gut. Es war Dido.
Der alte silberhaarige kleine zierliche Mann, der Sevo seit der Geburt an kannte und beschützte, so gut wie es eben ging, soweit es in seiner Macht lag. Dido kam und ging, doch niemand wusste woher Dido kam und wohin er ging. Wie eine Erscheinung offenbart sich Dido jedes Mal. „Ja, sehr aufregend und schmerzhaft zugleich!“, sagte Sevo. Dido lächelte und sagte, „Aber wenigstens hast du einen neuen Freund gefunden!“ und streichelte Rex. „Das ist richtig, aber dafür habe ich mir wieder mehr Feinde gemacht!“, erwiderte Sevo. „Sind gute Freunde es nicht wert für sie zu kämpfen? Gute Freunde sind selten, Feinde dagegen reichlich, manchmal ist es nötig den Unterschied zu sehen!“ sagte Dido, der gerne mit Sevo philosophierte. Sevo schwieg, diese bedeutete, dass Sevo zustimmte.
„Ich sehe du hast Nova kennengelernt!“, sagte Dido als er sah wie Sevo sich schmerzhaft an die Schulter fasste. „Warum kennt ihr alle Nova, bin ich der einzige der sie nicht kennt?“, fragte Sevo.
Dido lachte und sprach, „Das Schicksal trennt und führt zusammen, bis man selbst das Schicksal das Fürchten lernt!“ Das war mal wieder ein typischer Satz von Dido, der in Rätseln sprach aber immer mit dieser ruhigen warmen, nie irreführenden Stimme. „Das Schicksal war nie befreundet mit mir!“, sagte Sevo. „Mag sein, vielleicht musst du wieder kämpfen, um einen Freund zu gewinnen!“, sagte Dido. „Ich kämpfe seit ich lebe, wie lange denn noch?“, fragte Sevo. Aber Dido war schon nicht mehr bei ihm. Sevo kannte auch diese Angewohnheit von Dido, trotzdem wusste er, Dido war immer in seiner Nähe. „Ach da bist du. Ich habe gewusst, dass ich dich hier finde!“, sagte Alves als er Sevo sah. Er brachte die Pferde und band sie an den kleinen Bäumen, nicht weit von Sevos Platz, erneut an. „Wir schlagen heute hier unser Nachtlager auf!“, sagte Alves. Nova kam hinzu, sagte nichts, machte ein Lagerfeuer und legte sich ohne ein Wort hin. Alves grinste und sagte leise zu Sevo „Schöne Bestie!“ Sevo erwiderte, „Bitte, für heute bin ich schon zu oft auf den Arm genommen worden!“ Sie legten sich hin und sahen sich die Sterne an. Sie sprachen leise über ihre gemeinsame Zeit. Sie mussten jedoch nicht leise sprechen, denn Nova schlief noch nicht. Sie dachte nach, dachte nach über Frania und über ihre Eltern, die in Frania auf sie warteten. „Hat Dido dich gerufen?“, fragte Sevo seinen Freund Alves. „Ja er hat uns alle gerufen. Mich und meine Schwester. Ich weiß nicht wer noch nach Iseba kommt aber ich glaube es sind nicht viele!“, antwortete Alves.

„Wie geht es dem kleinen Kind, dem Fürst Isa?“, fragte Alves. „Sehr gut, die Hexe Synta hat ihn in ihre Obhut genommen!“, erwiderte Sevo. Der kleine Ysa war etwas Besonderes für Sevo. Er wurde beim großen Machtkampf zwischen König Tratos und König Kalyps gerettet und seitdem versteckt gehalten. „Hast du Kalvin wieder gesehen?“, fragte Alves. Sevo antwortete nicht und drehte sich zum Schlafen um. Alves seufzte und drehte sich auch um und legte sich schlafen. Als beide schliefen, stand Nova auf und ging ein Stück alleine und setzte sich neben einen kleinen Baum. Rex war jedoch wach und sah sie. Er lief leise zu ihr herüber. „Na wie geht es dir so, mein süßer Kleiner?“, sagte sie.
„Hast du denn schon einen Namen?“ fragte sie und Rex bellte. Nova lachte. „Nicht so laut mein süßer Kleiner, du weckst noch die beiden auf!“, sage sie während sie Rex streichelte,
Es leuchtete in der Dunkelheit ein winziges Lichtlein das immer größer wurde und strahlte und wie ein Stern sich entfachte. Es war die Fee Amira.
Die Fee Amira war sehr schön und sehr beliebt in Yescada, viele kannten sie aber nur wenige bekamen sie zu Gesicht. „Wie geht es dir Nova?“, fragte Amira. „Außer dem Streit heute, geht es mir sehr gut, ich freue mich meinen Bruder wieder gesehen zu haben!“, sagte Nova. „Ich weiß aber nicht, was wir mit diesem Sevo sollen, ich kann ihm nicht trauen. Warum hat mein Bruder nur solch einen Freund?“, fügte sie fragend hinzu. Die Fee Amira kannte Nova seit ihrer Geburt und kannte sie ganz genau. Lächelnd sagte sie, „Oft ist der Schein nicht das, was er dir verspricht!“ Nova antwortete nicht darauf, sondern sah zu Rex und streichelte ihn.
Nova liebte die Fee Amira, weil sie sich lange kannten und sehr gute Freunde waren. „Vermisst du deine Eltern?“, fragte die Fee Amira. „Ja, aber ich weiß auch wozu ich hier bin!“, sagte Nova. Die Fee Amira streichelte das blonde Haar von Nova und küsste sie auf die Wange. „Lege dich hin, morgen ist ein anstrengender Tag!“ Amira verwandelte sich wieder in ein ganz kleines Licht und verschwand in der Dunkelheit. „Komm mein Kleiner, sonst sind wir die einzigen die morgen müde sind!“, sagte Nova. Sie stand auf und ging zum Lagerplatz zurück und legte sich mit Rex zusammen hin. Sie schliefen beide ein und sie legte ihren Arm um Rex.

Als alle schliefen kam Dido und deckte alle noch einmal richtig zu. Er setzte sich auf den kleinen Felsen und sah zu ihnen und sagte ganz leise. „Da seid ihr nun, alle meine Kinder. Ihr werdet zusammen kämpfen, viele Abenteuer bestehen und zweifeln. Das Wichtigste ist, dass ihr niemals das Vertrauen verliert. Er sah Nova an, Alves, Rex und schließlich den Waisen Sevo.
Sevo war seit je her sein Sorgenkind. Niemand wusste genau woher Sevo eigentlich kam, nur ein Amulett um seinen Hals könnte ihm sagen, woher er kommt und ob seine Eltern noch lebten. Niemand vermochte ihm das Amulett all die Jahre in Yescada zu deuten. Keiner kannte es und seine Form war den Menschen in Yescada unbekannt. Sevo fragte auch nicht jeden, nur die, denen er vertraute. Das waren nicht viele Personen in Yescada. Nur seine Freunde fragte er, diese waren, Dido, die Fee Amira, die Hexe Synta und den Zauberer Zino. Mit Alves sprach er in all den Jahren wenig darüber.
Er hatte sich an das Schicksal des Waisen gewöhnt. Alves und Nova kamen vom Reich Frania, ihre Eltern herrschten über die schönste Insel im Reich. Sie war nicht sehr groß aber sehr schön. Alle Leute sind dort glücklich und sehr stolz. König Tratos war die Insel noch nicht wichtig genug, um sie zu erobern, hatte er doch Respekt vor den mutigen Leuten in Frania. Gelänge es jedoch, eines der Kinder von dem Königspaar Atos und Rermina von Frania zu fangen, so könnte er Frania als letzte Insel völlig erobern. Nicht mal Sevo wusste, dass Alves und Nova, Kinder von der Insel Frania sind.
Ein Prinz konnte nur eine Prinzessin heiraten und eine Prinzessin einen Prinzen, so erzählte man es sich in ganz Yescada. Beide Kinder suchten auch in dieser schwierigen Zeit ihre Liebe. Dido war glücklich und sagte, „Ihr werdet manchmal denken zu wissen was richtig ist, aber in Wirklichkeit werdet ihr ständig suchen, was richtig ist!“
Dido wusste, morgen ist ein neuer Tag und heute war nur der Anfang. Das Feuer brannte und Dido verließ, sie mit den Worten „Heute war jeder von euch ein kleiner Held, ohne es eigentlich zu wissen, dafür liebe ich jeden von euch!“

Fotografije
yes